Herbst-Feuerkuss-Suppe mit gerösteten Tomaten
Tiefrotes, konzentriertes Aroma aus dem Ofen: Durch das Rösten der Tomaten entfaltet diese Suppe ihren vollen, warmen Herbst-Charakter.
Klicke auf einen Stern, um zu bewerten
Zubereitung
45 Min
Schwierigkeit
Mittel
Kalorien
160 kcal
Zutaten
Für 4 Portionen
- 1,5 kg Rispentomaten, halbiert
- 2 rote Paprika, entkernt und in grobe Stücke geschnitten
- 1 ganze Knoblauchknolle, quer halbiert
- 1 Zwiebel, geviertelt
- 4 EL Olivenöl
- 1 EL Thymian, getrocknet
- 500 ml kräftige Gemüsebrühe
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Schritt für Schritt
- 1
Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
- 2
Tomaten, Paprika und Zwiebel auf einem tiefen Backblech verteilen. Die halbierten Knoblauchknollen dazwischen legen.
- 3
Alles großzügig mit Olivenöl beträufeln, mit Salz, Pfeffer und Thymian bestreuen.
- 4
Im Ofen ca. 40-45 Minuten rösten, bis das Gemüse weich ist und leichte Röstspuren hat.
- 5
Das Blech aus dem Ofen nehmen. Den weichen Knoblauch aus den Schalen drücken.
- 6
Alles (samt dem ausgetretenen Saft vom Blech) in einen großen Topf geben, mit heißer Brühe aufgießen.
- 7
Gründlich pürieren und bei Bedarf nochmals abschmecken.
Unser Küchentipp
Die leichte Süße der roten Paprika balanciert die Säure der Tomaten perfekt aus – ganz ohne Zuckerzugabe.
Ofentomaten richtig rösten – so entsteht das tiefe Aroma
Beim Rösten passieren zwei Dinge gleichzeitig: Das Wasser in den Tomaten verdampft und konzentriert das Aroma, während der fruchteigene Zucker an den Schnittflächen karamellisiert (Maillard-Reaktion). Genau deshalb kommt diese Suppe ganz ohne zugesetzten Zucker aus. Wichtig ist, die Tomaten mit der Schnittfläche nach oben zu legen, damit der Saft nicht sofort ausläuft, und das Blech nicht zu überladen – sonst dämpft das Gemüse, statt zu rösten.
Die richtige Temperatur ist ein Kompromiss: Bei 180°C dauert es länger, wird aber gleichmäßiger; bei 220°C entstehen schneller Röstspuren, aber auch schneller bittere schwarze Stellen. 200°C Ober-/Unterhitze sind der Sweet Spot. Mit Umluft (180°C) trocknet das Gemüse etwas stärker aus – dann 100 ml mehr Brühe einplanen.
Übrigens funktioniert das Rösten auch wunderbar mit halbierten Kirschtomaten oder gemischten Sorten vom Markt. Kleinere Tomaten brauchen nur 25 bis 30 Minuten – ein Blick nach der Hälfte der Zeit lohnt sich immer.
Warum Paprika und ganzer Knoblauch mit aufs Blech gehören
Die rote Paprika ist mehr als Beiwerk: Beim Rösten entwickelt sie eine intensive, fast fruchtige Süße, die die Tomatensäure ausbalanciert und der Suppe Körper gibt. Wer mag, zieht nach dem Rösten die Haut ab – püriert fällt sie aber kaum auf.
Der quer halbierte Knoblauch gart in seiner Schale wie im eigenen kleinen Ofen: Statt scharf und stechend wird er mild, süßlich und cremig. Das Herausdrücken der weichen Zehen nach dem Rösten ist der vielleicht befriedigendste Moment des ganzen Rezepts. Wer Knoblauch liebt, kann problemlos zwei Knollen verwenden – geröstet bleibt er erstaunlich dezent.
Häufige Fehler beim Rösten von Tomaten
Der häufigste Fehler ist ein überladenes Blech: Liegen die Tomaten dicht an dicht, staut sich der Dampf und das Gemüse kocht, statt zu rösten – die entscheidenden Röstaromen bleiben aus. Lieber zwei Bleche verwenden oder in zwei Durchgängen rösten, damit jedes Stück Platz hat.
Fehler Nummer zwei: den Bratensaft auf dem Blech zurücklassen. Genau dort sammelt sich das konzentrierte, karamellisierte Tomatenaroma – kratzen Sie ihn mit einem Teigschaber vollständig in den Topf. Und drittens: zu sparsames Öl. Die 4 EL sind kein Luxus, sondern Träger für Röstaromen und die fettlöslichen Tomatenstoffe; wer stark reduziert, bekommt trockenes, fahles Gemüse.
Vorbereiten, Aufbewahren und Variieren
Das Blechgemüse lässt sich hervorragend vorbereiten: Rösten Sie Tomaten, Paprika und Knoblauch schon am Vortag und bewahren Sie alles samt Bratensaft abgedeckt im Kühlschrank auf. Am nächsten Tag nur noch mit heißer Brühe pürieren – fertig ist die Suppe in 5 Minuten.
Fertig gekocht hält sich die geröstete Tomatensuppe 4 Tage im Kühlschrank und lässt sich problemlos einfrieren, da sie keine Sahne enthält. Für eine winterliche Variante rösten Sie eine Fenchelknolle oder zwei Karotten mit; für mehr Rauchtiefe sorgt ein halber Teelöffel geräuchertes Paprikapulver, der mit der Brühe in den Topf kommt.
Zu viel gekocht? Tomatensuppe einfrieren
Haltbarkeit, Auftauen und warum die Sahne erst später dazu sollte — der komplette Ratgeber.
Zum Einfrier-RatgeberWarum Tomatensuppe so gesund ist
Lycopin, Vitamine und Kalorien — was die Wissenschaft über Tomatensuppe sagt.
Zum Gesundheits-ArtikelHäufige Fragen zu diesem Rezept
Warum sollte man Tomaten für die Suppe rösten?
Das Rösten im Ofen entzieht den Tomaten Wasser und karamellisiert den fruchteigenen Zucker. Das Ergebnis ist ein viel tieferes, intensiveres und süßlicheres Aroma.
Kann man geröstete Tomatensuppe auch kalt essen?
Ja, als Art Gazpacho-Alternative ist sie im Sommer ein Hit. Für den Herbst empfehlen wir sie aber dampfend heiß.
Der Knoblauch ist im Ofen sehr dunkel geworden. Ist das schlimm?
Leichte Röstspuren sind erwünscht. Wenn er jedoch schwarz und verkohlt ist, wird er bitter. Legen Sie ihn beim nächsten Mal unter eine Paprikahälfte, um ihn zu schützen.


